Handy Branding – das sollte man wissen und beachten

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Handy Branding – das sollte man wissen und beachten – Handy-Branding heißt, Anbieter verpassen einem Handy ihr „Brandzeichen“, sprich sie statten es mit ihrem Logo und Zusatzdiensten aus bei denen sie mitverdienen. Gebrandete Handys sind oft billiger, allerdings muss man dafür häufig unbequeme oder auch teuere Zusatzfeatures in Kauf nehmen.

Für die Anbieter ist Branding ein gutes Geschäft. Sie promoten ihre Marke und pushen ihre Zusatzdienste (welche die Kunden häufig nicht benötigen). Gleichzeitig ziehen sie Kunden auf ihre Marke – weil es bequemer für die Kunden ist einfach eine Taste zu drücken anstatt sich umständlich bei anderen Diensten einzuwählen.
Auf dem Mark gibt es allerdings bereits diverse Dienste, die anbieten ein Handy zu unbranden.

In der Regel nutzen dies aber nur die großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und O2 und teilweise auch 1&1. Die kleineren Anbieter haben meistens nicht die Ressourcen um die Modelle mit eigenen Brandings auszustatten und nutzen daher die originalen Versionen der jeweiligen Hersteller ohne weitere Veränderungen. Darüber hinaus sollte man Branding auch nicht mit Simlock verwechseln: auch Handys mit Branding können keinen Simlock haben und umgekehrt können auch Modelle ohne Branding mit einem Simlock ausgestattet sein.

Veränderungen durch Branding:

  •   Veränderte Menüsymbole
  •   Eingeschränkte Funktionen
  •   Langsamere Software
  •   Fest installierte Bilder, die wertvollen Speicher belegen
  •   Viele Links zu WAP Seiten des Providers
  •   Eingeschränkte Funktionen
  •   Fest belegte Vodafone live! bzw. t-zones Taste
  •   Eingeschränkter SMS Speicher

Besonders gefährlich sind vorinstallierte WAP-Dienste die sich über eine ebenfalls vorinstallierte Taste anwählen lassen. Bereits ein Tastendruck führt dann zu einem kostenpflichtigen Angebot und kann sehr teuer werden.
Abhilfe schafft hier eine Umbelegung der Tasten oder (falls WAP ohnehin nicht benötigt wird) die komplette Deaktivierung der WAP-Dienste. Auch beim Verkauf von gebrauchten Handys kann es Probleme geben, denn Branding ist ein Merkmal der Geräte und sollte daher immer mit angegeben werden.

Mittlerweile hat sich der Einfluss von Brandings aber deutlich reduziert. Congstar schreibt beispielsweise im Forum auf eine Nachfrage zu den Unterschieden von gebrandeten Galaxy S(:

Ja, das S8 und S8+ haben ein Telekom-Branding. Dies betrifft aber nur den Startbildschirm und einige Apps. Diese sollten nach meinem letzten Kenntnisstand aber deinstalliert werden können bzw. zumindest deaktiviert.

Das Branding hat somit kaum Einfluss auf das Endgerät, es wird lediglich beim Start das Telekom / T-Mobile-Logo gezeigt und ein paar Apps sind für T-Mobile designt bzw. optimiert. Das Endgerät ist dennoch im vollen Umfang nutzbar. Der Karton kann ebenfalls ein Telekom-Branding besitzen.

Branding macht eine Unterschied beim Update

Bei den neueren Smartphones gibt es noch ein anderes Problem mit Branding Versionen: die Software Updates. Auch wenn ein Hersteller eine neue Version des Betriebssystems anbietet, dauert es oft noch, bis diese auch für Handys mit Branding zur Verfügung steht. Unter Umständen muss man als Verbraucher mit einem Handy samt Branding also länger warten, bis es die neuste Android Version für die Modelle gibt. Bei iOS sind solche Probleme dagegen nicht bekannt. Erfreulicherweise verzichten mittlerweile einige Anbieter auf das Branding aus diesen Gründen. Die Telekom bietet seit 2018 beispielsweise keine gebrandeten Geräte mehr an. Nutzer bestätigen mittlerweile auch, dass bereits gebrandete Geräte freie Versionen erhalten – das ist ein gute Nachricht für die Verbraucher in diesem Bereich und macht auch den Support einfacher, da man nicht mehr prüfen muss, welche Version des jeweiligen Gerätes vorliegt.

Wie kann man das Handybranding entfernen?

Einige Spezialanbieter haben Programme im Angebot, mit denen sich das Handy wieder in den Originalzustand zurücksetzen lässt. Allerdings verfällt dabei die Originalgarantie, meist übernehmen die Fachhändler jedoch die Restgarantie selbst.

Teilweise kann man die Geräte auch selbst entbranden, in dem man eine freie Firmware auf die Geräte spielt (die Geräte also flasht). Die Vorgehensweise ist hier aber je nach Anbieter sehr unterschiedlich und erforderlich auch etwas technisches Know-How. Man sollte also je nach genutzem Gerät nach einer passenden Anleitung für das Flashen suchen und natürlich auch ein passende Version des Betriebssystems haben.

Sollten Fehler auftreten kann man in der Regel diesen Vorgang auch wieder rückgängig machen, in dem man die originale Version aufspielt oder die Modelle auf den Wekrszustand zurück setzt.

In allen Fällen ist es aber dringend angeraten, immer ein Backup der Modelle zu machen und so alle Einstellungen und Daten auf den Smartphones zu sichern. Auf diese Weise kann man bei Problemen jederzeit auf eine sichere Version mit allem Daten zurück greifen.

Handy-Branding entfernen beim Samsung Galaxy S6

Bastian Ebert
Über Bastian Ebert 398 Artikel
Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen - einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir und meinem Hintergrund: Wer schreibt hier?

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