Das Vodafone Smart 4 mini – ein Testbericht

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Das Vodafone Smart 4 mini – ein Testbericht – Ich ging mit keiner großen Erwartung an das Smartphone, welches mir zu Testzwecken geliefert wurde. Die technischen Daten ließen auf ein Gerät schließen, welches – und vermutlich auch nicht gewollt – nicht mit den großen Playern auf dem Markt wie Samsung und Apple Schritt halten kann sondern in erster Linie als Einsteigergerät für die Vodafone Callya Prepaid Tarife gedacht ist.

  • OS: Android 4.2.2 Jelly Bean
  • 4,0“ Display
  • 3.2 MP Kamera
  • 1,3 GHz Dual Core Prozessor
  • 117 g Gewicht
  • 4GB interner Speicher + 512MB RAM
  • Standby-Zeit: bis 600 Stunden, bis zu 8 Stunden Gesprächszeit
  • Preis bei Vodafone: 59 Euro (inkl. zwei Cover)

Meine Erwartungen wurden auch nicht großartig übertroffen, doch der Reihe nach.

Die Lieferung: der erste Eindruck

Als ich das Smartphone auspackte, fiel mir nicht gerade die Kinnlade runter. Das Smartphone ist zwar nicht hässlich, aber optisch schön ist was anderes. Als ich es in die Hand nahm, merkte ich gleich, wie unhandlich das Gerät ist. Im Vergleich zu dem Galaxy S2, was ich davor nutzte, wirkte es dick und unbequem in der Hand liegend. Auch vom Gewicht her fand ich es zu schwer. Das Zubehör tat sein Übriges: viel zu kurzes Ladekabel, ein unterdurchschnittlich schönes Headset. Immerhin ist das Ladekabel gleichzeitig auch das USB-Kabel, wenn man selbiges aus dem Steckergehäuse entfernt. Aber für ein USB-Kabel ist es dann ebenfalls viel zu kurz.

Fazit erster Eindruck:

+ schlichtes Design

+ Preis

– Gewicht

– Handhabung

– Zubehör

– Technik

Die Inbetriebnahme: die Übersicht und das Display

Nach Einlegen der SIM-Karte verlief das Hochfahren schnell, ein Pluspunkt. Ein Blick auf die voreingestellten Apps und den Display ließen aber für mich Schlimmes ahnen: alles voll mit Apps von Google und Vodafone. Dementsprechend unübersichtlich wurde es im Menü und auch auf den Startbildschirmen. Ein „normaler“ Nutzer dürfte sich leicht erschlagen fühlen. Immerhin bietet die Benutzeroberfläche eine angenehme, wenn auch nicht überragende, Optik, so dass die vielen Icons de facto schick anzusehen sind. Ob sich das auch auf die Qualität von Bildern und Videos übertragen lässt, sehen wir später. Ein weiterer Kritikpunkt ist die kleine und farblose Menüleiste am oberen Rand des Displays. Im simplen schwarz-weiß werden dort Uhrzeit und die Push-Benachrichtigungen von Whats App und Co. angezeigt. Für sehschwache Menschen ein KO-Kriterium. Das „Wischen“ zwischen den verschiedenen Screens ist nicht sehr flüssig. Oftmals muss man etwas fester den Finger auf das Display legen und eine längere Wischbewegung machen, als es beispielsweise bei meinem Galaxy S2 der Fall ist. Zum Display gleich auch Näheres bei „Die Details“.

Fazit Inbetriebnahme und Display:

+ grafisch einigermaßen ansprechend

– Menüleiste

– „Wischen“

– Übersicht durch voreingestellte Apps und Widgets

Das Smartphone im Alltag: Akku und Performance

Wenn man ein Smartphone an die Grenzen bringen will, ist es ganz simpel: man spielt App für App drauf, die auch Push-Benachrichtigungen unterstützen und schaut sich Bilder und Videos gelegentlich an. Also das, was ein Nutzer eben im Alltag hat und macht. So fanden Whats App, Plume für Twitter, Text Secure, einige Spiele und Fotos den Weg auf den Speicher. WLAN standardmäßig an (jenes aus zu stellen vergisst man ja gerne mal) und los geht es. Nachdem ich etwas durch meine Wohnung spazierte, fiel mir die gute WLAN-Hardware auf. Überall zu Hause hatte ich problemlos Empfang, was bei meinem Galaxy S2 nicht immer der Fall ist. Auch die Datenübertragung und Netzempfang ohne WLAN hat selbst an problematischen Orten zu keinen Problemen geführt. Hier punktet das Vodafone-Gerät.

Nach mehreren Fotos und Videos, einigen Spielen und etwas schreiben via Twitter und Co. wurde aber auch ein Manko klar: der Akku hält nicht lange. Bei exzessiver Nutzung hat das Smartphone nach knapp 20 Stunden seine Akkulaufzeit eingebüßt. Aber das möchte ich nicht zu hoch bewerten, schließlich kennen viele exzessive Nutzer dieses Problem auch bei technisch versierteren Geräten. Und der Akku ist überdurchschnittlich schnell wieder aufgeladen, so dass man fix wieder loslegen kann.

Fazit Akku und Performance:

+ WLAN

+ Netz-Empfang

+ Aufladezeit

o Akku-Laufzeit

Die Details: Fotos, Videos, Speicher und Sound

Was erwartet man von einer 3.2MP Kamera? Richtig, nicht viel. Die neuesten Geräte liefern an das 5-fache an Megapixeln, so dass auch für mich das Ergebnis nicht überraschend war. in puncto Schärfe und Beleuchtung gibt es deutliche Abstriche, egal ob in der Wohnung oder draußen. Die Fotos wirken trotz manueller Umstellung stets zu hell oder viel zu unscharf. Bei manueller Verdunkelung ist die Kamera gar nicht mehr zu gebrauchen. Auch die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr dürftig und bieten wenig Komfort. So überrascht es auch nicht, dass eigen aufgenommene Videos ebenfalls qualitativ nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. Hier spielt auch der Sound eine gewichtige Rolle: während beim Telefonieren das leicht Blechernde noch hinzunehmen ist und nicht großartig auffällt, wirkt gerade beim Abspielen eigener Videos oder auch Streams und Videos bei beispielsweise YouTube stets übersteuert. Hier wird auch eine weitere Schwäche deutlich: die Qualität des Displays. Bei helleren Lichtverhältnissen spiegelt selbiger sehr stark und man muss sich sehr konzentrieren, das Video vernünftig erkennen zu können. Durch den kleinen Speicher von 4GB lohnt es sich auch nicht, viele Bilder und Videos auf dem Gerät zu speichern: die Kapazität ist sehr schnell erreicht, wenn man nebenbei einige Apps und Spiele nutzt. Wie der Preis heißt es hier: sparsam sein.

Fazit Details:

– Kameraqualität

– blechernder Sound

– spiegelnder Display

– zu kleiner Speicher

Einfach mal fallen lassen: der Härtetest

Wer kennt das nicht: einen Moment nicht aufgepasst und schon purzelt einem das Smartphone aus der Hand und knallt direkt auf den Asphalt. Während Nokia-Geräte oftmals die Eigenschaft besitzen, in mehreren Einzelteilen vor einem zu liegen, verhält sich das bei dem Gerät von Vodafone anders. Beim ersten Eindruck wirkte das Smartphone nicht nur sehr klobig, es ist es auch. Zweimal ließ ich das Gerät aus Hüfthöhe auf den Bürgersteig fallen. Ergebnis: keine Kratzer, leichte (schwer erkennbare) Macken. Äußerlich hat also dieser Panzer die Erwartungen erfüllt. Auch die Funktionalität war danach nicht eingeschränkt: Vibration, WLAN usw. funktionierten danach einwandfrei weiter. Trotzdem verzichtete ich darauf, dieses Prozedere noch einmal zu wiederholen. Ich vermute, dass das Smartphone aber noch den ein oder anderen Sturz schadlos überstanden hätte.

Fazit

Das Vodafone Smart 4 mini lehnt mit seinem Namen an den Global-Player Samsung an, aber bei dem Preis ließ sich auch wahrlich nicht vermuten, dass dieses Gerät mit den Großen des Business mithalten kann. Display, Kamera, Sound und technisches Zubehör haben zu viele eklatante Mängel, als dass dieses Smartphone als eine Empfehlung für den ständigen, alltäglichen Gebrauch taugt. Überrascht war ich wiederum von Empfang und WLAN-Leistung, was durchaus als die Hauptstärke dieses Geräts bezeichnet werden kann. Mit 59 Euro ist es auch nicht teuer und in Preis/Leistung gerade noch angemessen, jedoch würde ich nicht unbedingt das Geld investieren, um dieses Gerät zu kaufen. Wenn man mal ein Ersatz-Handy braucht, um die Zeit einer Reparatur oder Lieferung eines neueren Gerätes zu überbrücken, darf man hier getrost zugreifen, denn das Vodafone Smart 4 mini ist sehr robust und im Endeffekt technisch auch zu gebrauchen, wenn man nicht gerade viele Fotos und Videos macht. Ein Lückenfüller, mehr aber auch nicht.

Alle Details zum Gerät bei Vodafone: Das Vodafone Smart mini 4 Durchaus denkbar, dass es das Gerät auch bald in einem Callya Bundle noch preiswerter geben wird.

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