Überblick: Eine Prepaid-Karte ohne Ablaufdatum, die nicht verfällt

Überblick: Eine Prepaid-Karte ohne Ablaufdatum, die nicht verfällt
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pixabay-cc0-ketteÜberblick: Eine Prepaid-Karte ohne Ablaufdatum, die nicht verfällt – Für Wenigtelefonierer und Nutzer, die nach Karten für Notfallhandys suchen, sind die Deaktivierungszeiträume der Anbieter eher ärgerlich. Leider gibt es derzeit auf dem deutschen Markt keinen Anbieter, der nicht mit einer Form der Deaktivierung oder Inaktivitäts-Sanktionierung arbeitet.

In der Regel ist es dabei so, dass Prepaidkarten spätestens nach 12 bis 13 Monaten ohne Aktivität vom Anbieter deaktiviert werden. Als Aktivität gilt dabei (je nach Anbieter verschieden) eine Aufladung oder auch eine kostenpflichtige Verbindung. Die Ankündigungen der Stilllegung der Karte erfolgen – auch hier gibt es von Anbieter zu Anbieter große Unterschiede – entweder per SMS, Mail oder per Post (beispielsweise bei den Xtra Karten der Telekom). Die SMS-Ankündigungen sind dabei tückisch: Wer das Handy ohnehin nur sehr selten oder gar nicht nutzt, bekommt diese SMS in der Regel auch nicht mit. Stattdessen ist die Simkarte bei der nächsten Benutzung einfach inaktiv und Gespräche sind nicht mehr möglich.

Vodafone (Callya Prepaidkarte) schreibt dazu beispielsweise in den FAQ:

Ihr aufgeladenes Guthaben gilt unbefristet. Wenn Sie Ihre Prepaid-Karte längere Zeit nicht nutzen oder aufladen, können wir sie kündigen. Sie bekommen dazu 30 Tage vorher eine SMS von uns. Tipp: Laden Sie regelmäßig auf. Laden Sie z. B. 15 Euro auf, ist Ihre Karte weitere 9 Monate gültig. Bei 25 oder 50 Euro sind es 15 Monate.

Bei anderen Anbietern gibt es ähnliche Regelungen. Das lässt sich auch bei keinem Anbieter ausschließen, denn ein Kündigungsrecht steht nicht nur Kunden zu, sondern auch den Anbietern selbst. Ob und wann Anbieter von diesem Kündigungsrecht Gebrauch machen, ist aber unterschiedlich und hängt sehr vom jeweiligen Anbieter ab.

klarmobil.deVariante 1: Karten die nicht verfallen dank Inaktivitätsgebühr

Bei Discountern wie Klarmobil oder Callmobile werden inaktive Karten nicht deaktiviert sondern es wird eine monatliche Gebühr erhoben. Das ist nervig, hat aber auch die Sicherheit, das nicht gekündigt wird. Diese sogenannten Administrationsgebühr beträgt 1 Euro pro Monat, wenn die Karte in den letzten 3 Monaten weniger als 6 Euro Umsatz gemacht hat.Im Kleingedruckten von Klarmobil heißt es dazu:

Es fällt eine monatliche Grundgebühr von 1,- Euro ab dem 4. Vertragsmonat an. Diese Gebühr entfällt, wenn der monatliche Rechnungsbetrag über 3,- Euro liegt.

Für 12 Euro im Jahr bekommt man also eine Discounter-Karte, die unter Garantie nicht verfällt, so lange Guthaben auf der Karte ist. Mit einem einmaligen Dauerauftrag kann man dies sicherstellen.

Allerdings sind diese Tarife in der Regel keinen reinen Prepaidtarife sondern Handytarife ohne Laufzeit und Grundgebühr (aber mit monatlicher Rechnung. Wer damit kein Problem hat, bekommt für 12 Euro im Jahr eine Karte, die dauerhaft nutzbar ist.

Smartphone Handy Sim Simkarte Pixabay CC0Variante 2: Karten regelmäßig nachladen

Bei dieser Version benötigt man eine Karte, bei der eine Aufladung als Aktivität gilt. Bei den O2 Prepaid Karten kann man beispielsweise mit einem jährlichen oder halbjährlichen Dauerauftrag die Karten am Leben erhalten, auch wenn keine Gespräche geführt werden. Dazu reicht eine Überweisung von 1 Cent auf das O2 Kundenkonto. Die Kontoverbindung lautet:

O2 Germany
IBAN: DE73 7002 0270 0005 7169 77
BIC: HYVEDEMMXXX
Bank: UniCredit Bank – HypoVereinsbank München

Im Verwendungszweck muss dabei sowohl O2-Rufnummer und eine vierstellige Prüfsumme angegeben werden, damit die Buchung korrekt dem Prepaid Konto zugeordnet werden kann. Die Generierung der Prüfziffer ist allerdings sehr komplex und daher ist diese Variante nur für erfahrene Nutzer zu empfehlen.

Die Aufladung von Guthaben wird von O2 per SMS bestätigt. Sollte keine SMS angekommen ist in der Regel die Überweisung schief gegangen und man sollte prüfen, wo der Fehler lag.

Fonic als Alternative

Fonic ist einer der wenigen Anbieter auf dem deutschen Markt, der noch nicht durch Deaktivierungen von Prepaid Karten aufgefallen ist. In den AGB gibt es auch keine Regelung, nach der automatisch ab einer bestimmten Inaktivität automatisch gekündigt wird und auch in den FAQ fehlen entsprechende Regelungen. Das gilt allerdings nur für neuere Fonic Prepaidkarten. Zu älteren Karten (vor 2008) schreibt der Kundenservice:

„Kunden die sich vor dem 1.2.2008 bei FONIC registrierten, sind von einem „Einfrieren“ des Guthabens betroffen, sofern sie länger als ein halbes Jahr keine Aufladung vorgenommen haben.Dieses „eingefrorene“ Guthaben können Sie durch eine erneute Aufladung wieder reaktivieren. Bitte beachten Sie, dass dies aus systemischen Gründen nur über das Internet oder die Kundenbetreuung möglich ist….“

Damit reicht derzeit in der Regel ein Anruf pro Jahr um die Karte aktiv zu halten. Das muss nicht heißen, dass dies auch zukünftig so ist, aber zumindest aktuell scheinen die Karten auch nach längerer Zeit immer noch aktiv zu sein. Eine Gewähr dafür gibt es allerdings nicht.

Prinzipiell ist es nach wie vor schwierig, Prepaidkarten ohne Gültigkeit die nicht verfallen zu bekommen. Die Anbieter wollen aktive Kunden und gestalten ihre AGB daher entsprechend aus. Insgesamt empfehlen wir daher gerade für Notfallkarte, auf Anbieter zu setzen, die zwar geringe Gebühren verlangen, bei denen man sich aber dann darauf verlassen kann, dass die Karte auch noch aktiv ist. Sonst hat man im Notfall eine Karte, die dann doch nicht mehr genutzt werden kann, weil der Anbieter zwischenzeitlich seine Einstellung dazu geändert hat und ältere Karten dann doch deaktiviert.

Darf Prepaid Guthaben verfallen?

Bei der Frage nach der rechtliche Zulässigkeit von Deaktivierungen muss man zwischen dem aufgeladenen Guthaben und der Simkarte bzw. der Prepaidvertrag unterscheiden.

Das Guthaben steht in jedem Fall dem Kunden zu und darf – dazu gibt es höchstrichterliche Urteile – nicht mehr verfallen. Auch nach dem Ende eines Vertrages muss ein Kunde sich dieses Guthaben wieder auszahlen lassen können und auch wenn das Guthaben nicht mehr aktiv ist, haben Kunden Anspruch auf die Auszahlung.

Anders sieht es bei der Simkarte und dem Vertrag an sich aus. Es gibt kein Anrecht, dass ein Anbieter dauerhaft einen entsprechenden Vertrag anbieten muss, sondern das Kündigungsrecht besteht auch für Anbieter. Innerhalb der Fristen (meistens geregelt in den AGB) kann ein Anbieter daher einen Tarif auch kündigen. So schreibt O2 beispielsweise in den AGB für Prepaid Karten:

Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Er kann vom Kunden jederzeit und von Telefónica Germany mit einer Frist von 30 Tagen gekündigt werden.  Sämtliche Kündigungen des Vertrages sind schriftlich zu erklären. Das gesetzliche Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

Vergleichbare Regelungen finden sich auch in den AGB anderer Anbieter.

Die Simkarten und Prepaidverträge können also durchaus vom Anbieter gekündigt werden, der Anspruch auf das Guthaben auf der Karte bleibt dadurch aber erhalten. Man kann es nur nicht mehr für Mobilfunk-Dienstleistungen einsetzen.

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