Die sogenannten 6-Cent-Tarife galten lange Zeit als die absoluten Preisbrecher auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Anbieter wie discoTEL, smartmobil oder free prepaid boten Tarife an, bei denen eine Minute Telefonie, eine SMS oder ein Megabyte Datenvolumen einheitlich nur 6 Cent kosteten – komplett ohne Grundgebühr.
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Dass diese Angebote mittlerweile vollständig vom Markt verschwunden sind und durch den standardmäßigen 9-Cent-Einheitstarif (oder Allnet-Flats) ersetzt wurden, hat mehrere wirtschaftliche und strukturelle Gründe:
1. Fehlende Wirtschaftlichkeit und geringe Margen
Für die Mobilfunkanbieter war der 6-Cent-Tarif ein reines Nischen- und Lockangebot mit extrem geringen Gewinnspannen. Bei jedem Telefonat in ein anderes Netz fallen für den Anbieter sogenannte Interconnection-Gebühren (Terminierungsentgelte) an, die er an das Fremdnetz zahlen muss. Nach Abzug dieser Kosten und der Mehrwertsteuer blieb für die Mobilfunk-Discounter kaum noch eine Marge übrig. Der Tarif war wirtschaftlich schlicht nicht mehr tragbar.
2. Strategischer Netzwandel (Beispiel Drillisch)
Die meisten 6-Cent-Tarife stammten von Marken des Providers Drillisch (Teil von 1&1). Mit dem Aufbau des eigenen, vierten Mobilfunknetzes von 1&1 und den damit verbundenen Roaming-Abkommen wurden alte Prepaid-Tarifstrukturen radikal bereinigt und modernisiert. Im Zuge dessen wurden Marken wie discoTEL oder free prepaid komplett eingestellt oder für Neukunden geschlossen.
3. Drastische Veränderung des Nutzerverhaltens
Als die 6-Cent-Tarife eingeführt wurden, standen Telefonie und SMS im Vordergrund. Das heutige Nutzerverhalten ist jedoch datenzentriert. Eine Abrechnung von 6 Cent pro Megabyte (MB) ist in Zeiten von Social Media, Videostreaming und automatischen App-Updates im Hintergrund eine Kostenfalle für den Verbraucher:
- Ein Datenverbrauch von nur 1 Gigabyte (GB) hätte bei einer Abrechnung von 6 Cent pro MB rechnerisch über 60 Euro gekostet.
- Für Gelegenheitsnutzer verlor das Modell damit seinen eigentlichen Vorteil der Kostenkontrolle.
4. Fokus auf Paket-Tarife und Allnet-Flats
Die Mobilfunkbranche hat sich vom Prinzip „Zahlen pro Minute“ wegbewegt. Für die Anbieter sind monatliche Pauschalbeträge wesentlich attraktiver, da sie feste, kalkulierbare Einnahmen garantieren. Da Allnet-Flats mit viel Datenvolumen im Laufe der Jahre immer günstiger wurden, lohnt sich ein reiner Minutentarif heute ohnehin nur noch für Personen, die das Handy fast ausschließlich passiv zur Erreichbarkeit nutzen.
Gute Alternativen zu den 6 Cent Tarifen
Callya Start von Vodafone: Der Wechsel von einem klassischen 6-Cent-Prepaid-Tarif zum CallYa Start Tarif von Vodafone lohnt sich für den Nutzer überraschend schnell, sobald das Mobiltelefon regelmäßig im Alltag zum Einsatz kommt. Bei einem reinen 6-Cent-Tarif wird jede einzelne Minute, jede SMS und jeder Megabyte Datenvolumen separat abgerechnet, was bei aktiver Nutzung schnell zu unvorhersehbaren Kosten führen kann. Der CallYa Start Tarif bietet dagegen für einen festen Betrag von 4,99 Euro pro vier Wochen ein festes Leistungspaket, das aus einer Telefon- und SMS-Flatrate in das Vodafone-Netz, 200 Frei-Einheiten für alle anderen deutschen Netze sowie 2 Gigabyte Datenvolumen inklusive 5G-Geschwindigkeit besteht.
Betrachtet man zunächst nur die Telefonie und den SMS-Versand ohne jegliche Internetnutzung, liegt die rechnerische Schwelle bei rund 83 Minuten oder SMS im Monat. Sobald der Nutzer diesen Wert überschreitet oder häufiger Kontakte im Vodafone-Netz anruft, rechnet sich das Pauschalangebot bereits. Der eigentliche und entscheidende Faktor ist jedoch das mobile Internet. Da Datenpakete im 6-Cent-Tarif pro Megabyte abgerechnet werden, würde der Verbrauch von nur 100 Megabyte bereits die Grundgebühr des CallYa Start Tarifs übersteigen. Wer also unterwegs auch nur gelegentlich WhatsApp-Nachrichten verschickt, E-Mails liest oder eine Navigations-App nutzt, profitiert beim CallYa Start nicht nur von den großzügigen 2 Gigabyte Datenvolumen, sondern ist auch dauerhaft vor einer Kostenfalle geschützt.
Callya Prepaid eSIM und SIM
gefundene Prepaidkarten: 4
Callya Classic
(Vodafone Netz)
Callya Start (Vodafone Netz)
Callya Allnet Flat M (Vodafone Netz)
Callya Allnet Flat L (Vodafone Netz)
Lebara 5 Euro Tarife: Der Wechsel von einem klassischen 6-Cent-Tarif zu einem Prepaid-Tarif von Lebara lohnt sich für den Nutzer ebenfalls sehr zügig, wobei Lebara traditionell eine besondere Zielgruppe anspricht. Für Gelegenheitsnutzer bietet sich hier oft ein kleinerer Paket-Tarif (wie der „Hello! 4 Prepaid“ oder vergleichbare Tarife für knapp 5 Euro pro vier Wochen) als direkter Vergleich an. Ein solcher Tarif enthält meist neben einem soliden Datenvolumen von rund 2 bis 3 Gigabyte und einer Telefon-Flatrate innerhalb Deutschlands auch wertvolle Inklusivminuten für Auslandstelefonate. Wer also regelmäßig Familie oder Bekannte im Ausland anruft, profitiert bei Lebara von einem enormen Preisvorteil gegenüber einem standardmäßigen 6-Cent-Tarif, bei dem Auslandsgespräche die Kosten extrem schnell in die Höhe treiben würden.
Rein rechnerisch liegt die Schwelle für Inlandstelefonate auch hier bei rund 83 Minuten im Monat. Telefoniert der Nutzer mehr, fahre er mit dem Pauschalpreis des Pakets bereits günstiger. Der Hauptgrund für den Wechsel ist jedoch auch bei Lebara das mobile Internet. Da ein Verbrauch von nur circa 83 Megabyte im 6-Cent-Tarif bereits die Kosten der monatlichen Grundgebühr eines Pakets erreicht, ist das Inklusivvolumen von mehreren Gigabyte der weitaus sicherere Hafen für jeden, der unterwegs WhatsApp nutzt oder im Internet surft.
Prepaid Anbieter und Karten im O2 Mobilfunk-Netz
Im O2 Netz gibt es derzeit mit die billigsten Prepaid Angebote auf dem deutschen Markt. Im O2 Netz sind dazu WLAN Call und VoLTE standardmäßig für alle Prepaid Angebote freigeschaltet – dafür gibt es weiter kein 5G und auch keine eSIM im Prepaid Segment.

Ich begleite die Entwicklungen im Bereich der Telekommunikation und des Mobilfunks bereits seit 2006 und schreibt regelmäßig zu den Theme Handytarife, Smartphones, Allnet Flat und zu den anderen Bereichen, die mit dem Mobilfunk zusammenhängen. Ziel ist es dabei die Verbraucher möglichst einfach und dennoch umfassend über die Produkte auf dem Markt zu informieren und vor allem die neuen Entwicklungen verständlich zu beschreiben. Bei Problemen oder Fragen – einfach die Kommentare nutzen oder micht direkt anschreiben. Mehr zu mir und meinem Hintergrund: Wer schreibt hier?
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