Mit dem Handy im Urlaub: Telefonate und SMS können teuer werden

Mit dem Handy im Urlaub: Telefonate und SMS können teuer werden
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Mit dem Handy im Urlaub: Telefonate und SMS können teuer werden – Auch im Urlaub wollen die meisten Menschen sich nicht völlig von Freunden und Verwandten abkapseln: nur schnell Bescheid sagen, dass man gut angekommen ist, kurz einen Termin ausmachen oder die Familie grüßen. Wer so daran gewöhnt ist, mit Flatrates stundenlang telefonieren zu können, der bekommt nach dem Urlaub die Quittung. Denn oft vergisst man, dass die Flatrate schließlich nur innerhalb Deutschlands  gilt.

Ohne Roamingaufpreise innerhalb der EU

Die gute Nachricht: zumindest in der EU gibt es ab de 1. Jul 2017 weitgehend Entwarnung. Dort hat man die Roaminggebühren sowohl für Gespräche als auch SMS und Internet abgeschafft. Bis maximal 4 Monate im Jahr kann also jeder EU Bürger auch im Ausland seine Flatrates und Tarife aus dem Heimatland nutzen. Die Konditionen sind dabei gleich, Flatrates gelten ebenso innerhalb der EU wie auch in Deutschland. Wichtig ist dabei aber, dass man einen Tarif mit aktivem Roaming nutzt (was bei den meisten Flatrates und Tarifen der Fall ist). Hat man einen Tarif ohne Roaming, gehen Verbindungen im Ausland erst gar nicht. Dabei ist es egal, welchen Anbieter man wählt und auch welches Netz. Mittlerweile haben es alle Netzbetreiber umgesetzt. O2 schreibt dazu beispielsweise:

Grundsätzlich können alle Kunden von Telefónica Deutschland ab dem 15. Juni 2017 das neue Roam-like-at-Home-Prinzip nutzen. Prepaid-Kunden werden rechtzeitig und automatisch auf diese Lösung umgestellt. Dies gilt auch für Postpaid-Kunden, die bereits zuvor einen Roaming-Tarif wie den „Roaming Basic“ genutzt haben, der seit 2007 den Vorgaben der EU entspricht. Alle anderen Postpaid-Kunden mit aktuell genutzten individuellen Roaming-Lösungen – zum Beispiel dem „EU Roaming Flat“-Paket – können sich entscheiden, ob sie auf Roam-like-at-home umstellen oder lieber ihr bisheriges alternatives Roaming-Tarifmodell beibehalten möchten.

Allerdings gibt es auch Grenzen dieser Roaming-Freiheit. Beispielsweise gibt es im Datenbereich eine Obergrenze. Man kann also nicht unendlich im Ausland surfen und ab 4 Monaten Nutzung kann der Anbieter auch Gebühren verlangen.

Dazu sollte man aufpassen, wenn man auch Schiffen unterwegs ist. Diese haben meistens eigene Netze an Bord, die auch in der EU mit eigenen Konditionen abgerechnet. Das ist dann häufig deutlich teurer als bei den Angeboten in der EU selbst.

Telefonieren und Surfen im Ausland außerhalb der EU

Die Regulierung und der Wegfall der Roamingkosten betrifft leider nur die EU. Außerhalb der Staaten Europas gibt es diese Regulierung nicht und dort werden dann die normalen Auslandgebühren berechnet. Das kann deutlich teurer sein als die Gebühren in Deutschland und vor allem im Datenbereich sind die Kosten oft so hoch, dass es sich kaum lohnt einen Tarif aus Deutschland im entsprechenden Land zu nutzen.

Wer erreichbar bleiben will, ohne sich gleich arm zu telefonieren, kann sich bei seinem Anbieter nach möglichen Auslandsoptionen erkundigen. Oft bieten die Telefonanbieter besondere Minutenpakete fürs Ausland an, mit denen man günstiger nach Deutschland telefonieren kann. Bei den meisten Anbietern ist es auch billiger, sich von den Freunden anrufen zu lassen: Die Verbindungen für eingehende Gespräche sind im Durchschnitt niedriger als die für abgehende. Und wer trotzdem schnell einen Anruf oder zwei tätigen muss, der sollte sich vor allem kurz fassen.

Was viele Urlauber nicht wissen: Eine besondere Kostenfalle ist auch die Mailbox, denn Besprechen und Abhören der Mailbox gilt als Auslandstarif und kostet entsprechend. Am besten schaltet man die Mailbox deshalb vor dem Urlaub einfach ab. Das geht aber nur, solange man noch im Heimatnetz ist – einmal am Urlaubsort angekommen, ist es nicht mehr möglich.

Deutlich günstiger wird es übrigens, wenn sich im Urlaub einfach nach einem Intercafé umsehen oder das Hotel kostenfreies W-Lan anbietet. Dann kann man Telefonate nämlich einfach per Skype führen und muss gar nicht erst das Handy samt teurer Tarife bemühen.

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