Mangelhafte Beratung in Mobilfunkshops

Mangelhafte Beratung in Mobilfunkshops
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Bei einem Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen waren die Ergebnisse mehr als ernüchternd: Tester ließen sich in insgesamt 30 Mobilfunkshops in Köln, Düsseldorf und Neuss beraten, doch kein einziges dieser Kundengespräche verlief dabei ohne gravierende Mängel. Getestet wurden Geschäfte aller vier großen Anbieter: der Telekom, E-Plus, Vodafone und O2.

Statt Beratung und umfassender Information waren die Berater immer in erster Linie um einen Vertragsabschluss bemüht. Das zeigte sich beispielsweise darin, dass im Internet günstigere Verträge meist gar nicht erwähnt wurden. Obwohl es bei vielen Anbietern üblich ist, bei einem Onlineabschluss dauerhaft rund zehn Prozent Rabatt auf den Monatspreis zu gewähren, verschwiegen die meisten Berater das oder gaben fälschlicherweise an, ihr Preis sei mit dem im Internet identisch. In fünf Fällen behaupteten die Berater sogar, der Vertragsabschluss sei online teurer als im Shop, ein Berater habe den Tester direkt zu einem Vertragsabschluss drängen wollen. Ein einziger Shop unterbot den Internetpreis, in dem er den Testern einen günstigeren Sonderpreis anbot.

Auch auf den Anschlusspreis, der oft einmalig bei Vertragsabschluss fällig wird, wies kein einziger der Berater von selbst hin. Erst auf die direkte Nachfrage, welche Zusatzkosten noch entstehen, wurden die Tester über einen Anschlusspreis informiert. In diesem Fall wurde in einigen Geschäften sogar angeboten, den Anschlusspreis zu erlassen – aber oft unter der Auflage, dass das nur dann gilt, wenn man sich noch heute für den Vertrag entscheidet. Gängelei statt Beratung und Information.

Wer sich in einem Mobilfunkshop zum neuen Handyvertrag beraten lassen will, sollte unbedingt im Voraus gut informiert sein. Durch spontane Nachlässe und Sonderangebote ist es unter Umständen möglich, einen niedrigeren Preis herauszuschlagen als im Internet, wahrscheinlicher ist es aber, dass man ohne Feilschen deutlich mehr bezahlt. Die Tester der Verbraucherzentrale NRW stellten so Preisunterschiede von mehr als 100 Euro in zwei Jahren gegenüber dem Abschluss im Internet fest.

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