Wie anonym sind Prepaidkarte wirklich?

Wie anonym sind Prepaidkarte wirklich?
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Wie anonym sind Prepaidkarte wirklich? – In amerikanischen Krimi-Serien sind Prepaidkarten die ultimativen Geheimwaffen. Gespräche die von einer Prepaidkarte geführt werden, lassen sich nicht zuordnen, die Spuren verlaufen schnell ins Leere.

Zumindest in Deutschland sieht die Realität etwas anders aus.Die Anbieter solcher Handykarten sind verpflichtet, vor einer Freischaltung einer solchen Karte, die Daten des Besitzers zu erfassen und zu speichern. Die gesetzlichen Reglungen im §111 Telekommunikationsgesetz sind eindeutig. Erfasst werden müssen dabei:

  1. 1. die Rufnummern und anderen Anschlusskennungen,
  2. den Namen und die Anschrift des Anschlussinhabers,
  3. bei natürlichen Personen deren Geburtsdatum,
  4. bei Festnetzanschlüssen auch die Anschrift des Anschlusses,
  5. in Fällen, in denen neben einem Mobilfunkanschluss auch ein Mobilfunkendgerät überlassen wird, die Gerätenummer dieses Gerätes sowie
  6. das Datum des Vertragsbeginns

Ein Verstoß gegen diese gesetzlichen Verpflichtung kann unter Umständen den Entzug der Zulassung als Telekommunikationsprovider bedeutet. Allerdings nehmen es die Unternehmen nicht alle gleich genau mit der Erhebung der Nutzerdaten. Oft reicht es, ein Online-Formular auszufüllen und die Daten werden nicht oder nur unzureichend geprüft. Die berühmten Simkarten für Hund oder Nachbar sind daher keine Seltenheit. Allerdings bedeutet eine Online-Registrierung auch, dass man zumindest einmal mit einem anderen Anschluss im Netz gewesen sein muss, um die Registrierung abzuschließen. Hier ergeben sich bereits wieder Möglichkeiten zu Identifikation.

Auch mit einer Karte ohne Anschlusskennung gibt es viele Möglichkeiten, auf den Inhaber zu schließen. Der Standort und die Bewegungsmuster verraten viel über eine Besitzer. Portale wie www.handyortung-kostenlos.com oder andere zeigen, dass es gar nicht schwer ist, auf diese Daten zurück zu greifen. Besonders wenn neben dem Prepaid Handy noch ein anderes Gerät aktiv ist, lasse sich Zusammenhänge leicht her stellen und entsprechend einfach ist es, die Anonymität der Karte aufzuheben.

Gleiches gilt auch, wenn zwar eine anonyme Karte verwendet wird, diese aber in einem normalen Handy zum Einsatz kommt. Viele Anbieter speichern die Identifikationsnummer (IMEI) des Gerätes oder können sie zumindest auslesen. Wird eine IMEI in Verbindung mit mehreren Simkarten genutzt (erkennbar anhand der ISIM-Nummer) lassen sich auch hier Zusammenhänge herstellen.

Aus diesem Grund sollte man sich vom Fernsehen nicht täuschen lassen. In einer weitgehend überwachten Welt sind auch Prepaidkarten kaum anonym und lassen sich mit etwas Mühe durchaus Besitzern zuordnen.

 

 

1 Comment

    • Andy
      29. Juni 2015

      Klar…, durch die technischen Möglichkeiten ist heute sehr viel machbar und der Nutzer von Prepaid- Karten hinterlässt mehr Spuren, als er momentan glauben mag. Natürlich ist es für die Telekommunikationsanbieter wichtig, dass die Karte aufgeladen und genutzt wird, denn auch dem Mobilfunkprovider entstehen Kosten – z.B. schon alleine durch die Vergabe der Rufnummer. Inwiefern diese Daten allerdings in der Realität ausgewertet werden, wird man wohl nie erfahren- ich denke aber trotzdem, dass hier nicht alles, was letztendlich technisch machbar wäre, auch umgesetzt wird.

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