Welches Mobilfunk-Netz ist das Beste für Prepaid?

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Welches Mobilfunk-Netz ist das Beste für Prepaid? – Die Wahl des Mobilfunk-Netzes ist derzeit in vielen Foren und Communities eine Art Religionskrieg geworden. Die Unterschiede sind längst nicht mehr so groß, wie sie noch vor 3 oder 4 Jahren waren, daher ist es in der Regel eine Sympathiefrage, welches Netz bevorzugt wird.

Betrachtet man (gerade im Prepaid-Bereich) die Netze objektiv, gibt es aber doch einige Unterschiede, die man im Vorfeld beachten sollte.

Derzeit gibt es nur noch drei Netze in Deutschland (D1, Vodafone, O2/Eplus). Dazu kommt der virtuelle Netzbetreiber Vistream der technisch das Netz von Eplus nutzt, ansonsten aber komplett eigenständig ist. Mit dem Zusammenschluss von O2 und Eplus gibt es einige Änderungen in dem Bereich. Das Eplus Netz wurde dabei teilweise aufgeteilt (beispielsweise im LTE Bereich) und mittlerweile können sowohl die O2 Kunden die restlichen Eplus Standorte mit nutzen als auch umgekehrt die Eplus Kunden das O2 Netz. Dieser Zusammenschluss klappt aber wirklich nur bei O2 und Eplus, ansonsten sind die Mobilfunk-Netze getrennt.

Allgemeines

Im November 2010 hat die Zeitschrift Connect (Ausgabe 12/2016) einen großangelegten Test durchgeführt, der die Netzqualität der drei großen Netze Deutschland überprüfen sollte. Geprüft wurde unter anderem die Sprachqualität sowie die Geschwindigkeit, Stabilität und Verfügbarkeit des mobilen Internets.

Als bestes Netz wurde dabei das Handy-Netz der Telekom ermittelt. Auf Platz zwei folgte sowohl bei der Netzqualität als auch bei der Abdeckung Vodafone, auf den dritten und letzten Platz folgte O2/Eplus. Im Bereich der Sprache (also bei den Telefongesprächen) bemängelten die Tester vor allem die längeren Rufaufbauzeiten und die schlechtere Sprachqualität. Im Artikel dazu heißt es:

Schon in den Innenstädten zeigte sich ein klares Bild: Sowohl bei den Drivetests als auch bei den Walktests setzt sich die Deutsche Telekom klar an die Spitze, Vodafone folgt mit einigen Bewertungspunkten Abstand. Deutlich abgeschlagen ist O2, was sich an den geringeren Erfolgsquoten, längeren Rufaufbauzeiten und auch der niedrigeren durchschnittlichen Sprachqualität ablesen lässt.

Getestet wurde sowohl in Großstädten als auch auf dem Land. An der Rangfolge änderte sich aber wenig, auch wenn man in den ländlichen Bereichen unterwegs war. Die Telekom lag auch außerhalb der Großstädte vor Vodafone und O2.

Telekom – D1 

Viele Prepaid- und Discountanbieter habend das Netz von D1 verlassen, weil die Telekom derzeit keine Datenoptionen und Datentarife für den Discountbereich anbietet. Das ist schade aber leider nicht zu ändern. Lediglich Congstar hat im Handytarif auf Rechnung Datenoptionen im Angebot sowie eine Tagesflatrate für den Prepaid Tarif ansonsten gibt es nur wenige Alternativen.

Dazu bieten die D1 Prepaid Anbieter bisher (mit Ausnahme der originalen Telekom Prepaid Karte) keinen Zugang zu LTE. Man surft also nur im 3G Netz der Telekom und hat keinen Zugang zum gut ausgebauten LTE Netz des Unternehmens. Das macht sich auch in den Geschwindigkeiten deutlich bemerkbar. Im LTE Bereich surft man bei der Telekom mit bis zu 300MBit/s, die Drittanbieter (und auch Congstar) schaffen meistens nur 7,2 bis maximal 42MBit/s. Es gibt im Telekom Netz im Prepaid Bereich also eine klare Zweiklassengesellschaft.

Vodafone

Vodafone bietet mit der Callya Prepaidkarte die derzeit schnellsten Prepaid Tarife auf dem deutschen Markt. Man surft mit dieser Simkarte mit bis zu 375Mbit/s schnell im LTE Netz von Vodafone – das ist genau so schnell wie die normalen Vodafone Tarife auf Rechnung.

Allerdings gibt es auch hier wieder eine deutliche Zweiteilung. Die Drittanbieter sind von LTE ausgeschlossen und können damit lediglich geringere Geschwindigkeiten und auch eine schlechtere Netzabdeckung anbieten. Oft steht nicht mal 3G zur Verfügung sondern man hat nur Datenverbindungen mit sehr langsamen 2G Raten. Surfen ist dann nicht mehr sehr interessant. Leider ist bisher auch nicht bekannt, ob und wann sich Vodafone hier bewegen wird und LTE auch für andere Anbieter frei gibt.

O2/Eplus

O2 hat im Netztest (siehe oben) am schlechtesten abgeschnitten. Allerdings setzt das Unternehmen eher auf günstige Preise und kann daher auch nicht so viel in den Netzausbau investieren. So findet man die preiswertesten Prepaid Karten derzeit im O2 Netz. Beispielsweise bietet Discotel Gespräche und SMS für jeweils 6 Cent pro Minute und SMS an. So preiswert ist kein anderer Anbieter.

Probleme gibt es aber derzeit beim Support. Neben der Netzqualität scheint das einer de Hauptkritikpunkte der Nutzer zu sein. So wurden beispielsweise Simyo und Blau.de ins O2 Netz integriert und auch ALDI wurde auf O2 umgestellt. Das klappt nicht ohne Probleme und das hohe Aufkommen an Nutzeranfragen scheint die Möglichkeiten von O2 komplett zu überlasten. Kunden berichten immer wieder davon, dass der Chat der jeweiligen Anbieter nicht erreichbar ist, es keine Telefonnummer gibt oder man in der Hotline nicht durchkommt – auch nach stundenlangem Warten.

Das ist dabei kein Einzelfall sondern scheint tatsächlich ein echtes Problem beim vielen O2 Prepaid Anbietern zu sein.

Fazit:

Die Auswahl des Netzes ist nach wie vor ein wichtiger Faktor bei der Wahl des richtigen Tarifes. Durch den kontinuierlichen Netzausbau ändern sich zwar die Rankings von Zeit zu Zeit, derzeit sind aber die Telekom und Vodafone scheinen auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Dazu kann man sich durchaus an den Testergebnissen orientieren. Wer also Wert auf eine gute Netzabdeckung legt, ist bei der Telekom richtig. Die schnellsten Tarife gibt es bei Vodafone (zumindest wenn man die originale Vodafone Prepaidkarte nutzt). Die günstigsten Tarife findet man bei O2, dafür muss man aber leider derzeit beim diesem Netz sowohl bei der Netzqualität als auch beim Service Einschränkungen hinnehmen.

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