So geht die Rufnummernmitnahme bei Prepaidkarten und Prepaid Tarifen

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Smartphone Handy Sim Simkarte Pixabay CC0So geht die Rufnummernmitnahme bei Prepaidkarten und Prepaid Tarifen – Rufnummern-Mitnahme oder Rufnummernportierung bedeutet, die alte Nummer mit zu einem neuen Anbieter zu nehmen. Rufnummern sind häufig sehr individuell wie eine Emailadresse oder ein Name, deshalb wurden die Rufnummern den Kunden zugesichert, die sie nutzen. Seit dem 1.11.2002 sind Anbieter daher verpflichtet, eine Rufnummernmitnahme zu einem neuen Anbieter zu ermöglichen. Die Bundesnetzagentur schreibt zu den gesetzlichen Grundlagen:

Mobilfunkanbieter sind nach § 46 Abs. 4 Telekommunikationsgesetz (TKG) verpflichtet, den Wechsel zu einem anderen Anbieter unter Beibehaltung der Rufnummer zu ermöglichen. Das gilt auch für Prepaid-Verträge. Der aufnehmende Mobilfunkanbieter ist im Übrigen nicht verpflichtet, jeden Kunden zu akzeptieren (kein Kontrahierungszwang).

Die Kosten für einen Rufnummernmitnahme sind ebenfalls geregelt. Diese dürfen maximal 30,72 Euro betragen, die meisten Anbieter bleiben etwas darunter im Bereich von etwa 25 Euro. Der neue Anbieter verlangt für eine die Mitnahme einer alten Kundennummer meisten keine Gebühren. Ausnahmen bestätigen hier aber die Regel.

Mittlerweile ist es auch nicht mehr notwendig, den Vertrag bei einer Portierung zu beenden. Man kann eine Rufnummermitnahme also auch aus einem laufenden Vertrag (Portierung vor Vertragsende) durchführen. Dann bekommt man im alten Vertrag für die restliche Dauer eine neue Nummer zugewiesen. Im Prepaid Bereich ist das aber eher selten, weil die meisten Prepaidkarten im Vergleich ohnehin nur eine kurze Vertragsdauer haben. Daher wird dann mit der Rufnummermitnahme oft auch der Tarif gekündigt und beendet.

Einige Anbieter (insbesondere im Eplus Bereich) erlauben auch keine eingehenden Portierungen, weil die technischen Möglichkeiten dafür fehlen. Dafür bieten diese Anbieter die Möglichkeit, sich vorab die Rufnummer auszusuchen. Meist geschieht dies über einen Zufallsgenerator, dort kann man so lange durchtesten bis man eine schöne und einfach zu merkende Nummer bekommt.

Vorgehensweise und Fristen bei der Rufnummernmitnahme

Damit der neue Anbieter eine Portierung durchführen kann, muss der Altvertrag gekündigt sein. Bei Prepaid Verträgen genügt hierfür in der Regel eine Verzichtserklärung. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sollten dabei die Daten (Name, Anschrift, Geburtsdatum) des Neuvertrages mit den Daten des Altvertrages übereinstimmen, da es sonst zu Zuordnungsprobleme kommen kann und der alte Anbieter möglicherweise die Portierung ablehnt.

Die Fristen für eine Portierung sind bei vielen Anbieter gleich: ab 4 Monate vor dem Kündigungstermin kann eine Portierung beantragt werden und bis zu einen Monat danach ebenfalls. Nach dem Monat wird die Nummer gelöscht und das Recht auf die Nummer erlischt.

Die Portierung selbst erfolgt dann meist innerhalb weniger Stunden – wenn es zu keinen Problemen kommt, kann man die neue Nummer am Tag des Vertragswechsels sofort nutzen.

Wie geht man bei einer Rufnummernmitnahme vor?

Der erste Schritt bei der Mitnahme der alten Rufnummer ist, den bisherigen Anbieter davon in Kenntnis zu setzen, das man kündigen und die Rufnummer mit nehmen will. Das kann schriftlich erfolgen, oft haben die Anbieter dafür aber auch sogenannte Verzichtserklärung, mit denen man die Prepaidkarte kündigen kann. Es muss genug Guthaben auf der Karte sein, um die Portierungskosten abbuchen zu können. Wichtig: Guthaben muss ausgezahlt werden, man sollte daher gleich die entsprechende Kontoverbindung mit angeben.

Der alte Anbieter bestätigt den Erhalt der Kündigung mit einer Mail oder SMS, in der auch der Kündigungstermin genannt wird. Damit weiß man als Kunde, dass die Kündigung beim Anbieter angekommen ist und bearbeitet wurde.

Im nächsten Schritt kann man dann beim neuen Anbieter den neuen Tarif abschließen und dabei angeben, welche Rufnummer man mit nehmen möchte. Danach ist der neue Anbieter am Zug und muss die Portierung beim alten Anbieter in die Weg leiten. Die Froisten dafür sind immer etwas unterschiedlich. Congstar schreibt beispielsweise:

Nach Bestellung der neuen congstar Prepaid Karte mit Rufnummernmitnahme senden wir den Auftrag zur Rufnummernmitnahme an deinen bisherigen Anbieter. Sind alle Angaben korrekt, bekommt congstar nach einigen Werktagen eine Bestätigung des Portierungstermins. Hierbei handelt es sich um den nächstmöglichen Portierungstermin. Dieser wird von deinem bisherigen Anbieter festgelegt – congstar hat auf den Termin keinen Einfluss. Am Portierungstag wird deine deine Rufnummer zu congstar geschaltet.

Wenn alles gut geht, bekommt man nach einigen Tagen vom neuen Anbieter mit geteilt, wann der neue Tarif mit der alten Rufnummer nutzbar ist. Es kann aber auch vorkommen, dass man eine negative Rückmeldung bekommt. Das ist oft beim Abgleich der Daten etwas schief gegangen. In der Regel wird dann auch mit geteilt, was nicht funktioniert hat und man kann dies korrigieren und die Portierung erneut versuchen. Es werden bei fehlgeschlagenen Portierungen keine Kosten berechnet.

Die Voraussetzungen für eine Portierung

Um es nochmal zusammenzufassen, hier noch mal kurz und knapp die Voraussetzungen für ein schnelle Rufnummern-Mitnahme:

  • Die bisherige Handykarte muss bereits gekündigt sein bzw. die Verzichtserklärung muss beim alten Anbieter vorliegen.
  • Das Vertragsende darf bei Bestellung maximal 120 Tage in der Zukunft bzw. maximal 85 Tage in der Vergangenheit liegen.
  • Für die Mitnahme Ihrer alten Rufnummer verlangt Ihr bisheriger Anbieter eine Gebühr von bis zu 30 €. Bei Laufzeitverträgen wird die Portierungsgebühr automatisch mit der letzten Mobilfunkrechnung belastet.
  • Die Vertragsdaten (Rufnummer, kompletter Name, Geburtsdatum) dürfen nicht voneinander abweichen. Bitte geben Sie in unserem Bestellprozess die gleichen Daten ein, die beim abgehenden Anbieter hinterlegt sind.

Dann sollte es an sich mit der Mitnahme der alten Rufnummer keine Probleme geben.

Übersicht über die Portierungskosten

Die die Preisobergrenze für eine Rufnummernmitnahme im Mobilfunk-Bereich (und damit auch bei den Prepaidkarten) liegt derzeit bei 29,95 Euro (brutto) und ist auf diesen Maximalbetrag gesetzlich fest geschrieben. Allerdings kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu. Damit liegt der maximal mögliche Betrag für eine Rufnummermitnahme bei 30.72 Euro.In der Mitteilung dazu heißt es:

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat die Preisobergrenze für eine Rufnummernmitnahme im Mobilfunk bei 29,95 € festgelegt. Anlass für diesen Beschluss war eine Beschwerde über das Portierungsentgelt zweier Service-Provider, die bei einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen von ihren Kunden 116,00 € inklusive Mehrwertsteuer verlangten. In einem nachträglichen Entgeltregulierungsverfahren hat die zuständige Beschlusskammer festgestellt, das dieses Entgelt nicht den Maßstäben des § 28 Telekommunikationsgesetz entspricht.

Die Anbieter müssen aber nicht den kompletten Betrag auch wirklich verlangen, sondern können auch darunter bleiben. Nur überschritten werden darf dieser Betrag nicht.

Netzabfrage nach einer Portierung

Leider weiß man dank Rufnummernmitnahme nicht mehr 100% bereits aus der Nummer welches Netz der andere nutzt. Dieses lässt sich aber per Kurzwahl abfragen:

T-D1 Telekom / T-Mobile
4387 kostenlos vom D1

D2 Vodafone
12313 kostenlos vom D2

e-plus
10667 kostenlos vom e-plus

O2
per SMS kostenlos unter 4636 (SMS-Text: NETZ VorwahlRufnummer)

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