Netzclub lässt sich Speicherung für 6 Monate erlauben

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Netzclub bietet für neue Kunden eine Menge interessanter Tarifdetails: so gibt es eine kostenlose Internet-Flatrate mit 100MB Volumen pro Monat kostenlos mit dazu, es gibt eine gratis App mit der man den Datenverbrauch messen kann und auch der 9-Cent Tarif ist durchaus nicht zu verachten.

Bei Vertragsabschluss gibt es allerdings einen Passus, der stutzig macht:

Diese Klausel ist dabei nicht freiwillig sondern muss akzeptiert werden, wenn man eine Prepaidkarte von Netzclub nutzen möchte. Ohne diese Einwilligung in die Datenspeicherung von bis zu 6 Monate kann man den Bestellprozess nicht weiter ausführen.

In einen ähnlichen Fall hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bereits den Netzbetreiber Eplus abgemahnt (mehr dazu hier oder hier). Eplus hatte in den AGB einen Passus verwendet, der die Speicherdauer für Verkehrs- und Bestandsdaten auf 80 Tage nach Rechnungsversand pauschal erhöhte. („EPS speichert alle Verkehrs- und Nutzungsdaten grundsätzlich bis zu 80 Tage nach Rechnungsversand.„). Die Verbraucherzentrale hatte dabei moniert, dass diese Speicherung nur zulässig ist, solange die Daten einem gesetzlich eng definierten Zweck dienen, beispielsweise der Abrechnung.

Bei Netzclub wird die Speicherdauer durch die Einwilligung sogar auf maximal 180 Tage erhöht und die Zweckbestimmung eher vage auf „Vermarktung und bedarfsgerechte Gestaltung von Telekommunikations- und Telemediendiensten“ beschränkt. Insbesondere die Standortdaten könnten dabei kritisch sein, denn immerhin lässt sich damit ein komplettes Bewegungsprofil des Handys (und damit oft auch des Netzes) in den letzten 6 Monaten aufbauen. Wer sich für eine Prepaidkarte von Netzclub entscheidet, sollte also wissen, dass damit die eigenen Daten deutlich länger gespeichert werden, als bei anderen Anbietern.  Wie bei Eplus wird mit der Einwilligung dem Discounter praktisch ein recht zur Vorratsdatenspeicherung eingeräumt.

 

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