Handy Roaming im Ausland und Inland im Prepaid Bereich

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Handy Roaming im Ausland und Inland im Prepaid Bereich – Spätestens seit der Diskussion um zu hohe Roaming-Gebühren aus dem Ausland ist das Wort Roaming in aller Munde. Hier soll erklärt werden, was genau Roaming ist und warum es eigentlich keine schlechte Erfindung darstellt.

Im Mobilfunkbereich telefoniert man in der Regel in einem bestimmten Netz. Hat man einen Vertrag mit D1 abgeschlossen telefoniert man zum Beispiel im D1-Netz. Wo dieses Netz nicht zu Verfügung steht, kann man auch nicht telefonieren, man hat dann kein Netz sprich keinen Empfang. Roaming bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in solche Situation auch ein fremdes Netz genutzt werden kann. In der Regel haben die Netzbetreiber Verträge untereinander, die dies ermöglichen. Natürlich ist Roaming nicht in jedes Netz und zu jedem Anbieter möglich, sondern es muss ein Vertrag bestehen der auch die technische Umsetzung garantiert.

Roaming-Optionen und Tarife der Prepaid Anbieter

Alle Prepaid Anbieter auf dem deutschen Markt haben Auslandstarife und einige Discounter bieten für die EU oder auch darüber hinaus Roaming-Optionen oder Flatrates an, die man separat zum Tarif buchen kann. Für Fragen oder die Urlaubsplanung sollte daher der eigene Anbieter der erste Ansprechpartner sein um zu prüfen, welche Kosten durch Roaming entstehen könnte und wie man diese Kosten gegebenenfalls senken kann.

Bei einigen Anbietern muss das Auslandsroaming auch erst frei geschaltet werden, damit es genutzt werden kann. Auch hier hilft ein Anruf beim Kundenservice des eigenen Anbieters weiter, um zu erfahren, ob und wie man das Roaming außerhalb von Deutschland nutzen kann.

Inlandsroaming in Deutschland

In einigen Ausnahmefällen gibt es auch Roaming im Inland. Das bekannteste Beispiels dafür sind sicherlich die Netze von Eplus und O2. Die Kunden beider Netze können wechselseitig das jeweils andere Netz mit nutzen, wenn die Netzqualität im eigenen Netz nicht ausreichend sein sollte. Fonic (im Handy-Netz von O2) schreibt beispielsweise zu dieser Form des Roaming:

Mit National Roaming ist die Freischaltung aller FONIC Kunden aus dem O2 Netz für die E-Plus UMTS-Netzversorgung gemeint. Immer dann, wenn Sie im Heimnetz nur eine GSM (2G)-Versorgung haben und über das andere Netz eine UMTS-Versorgung verfügbar ist, wählt sich Ihr Endgerät automatisch in das andere UMTS-Netz ein.

Das gilt für das Netzerlebnis im Freien genauso wie in Gebäuden. Somit surfen Sie in diesen Gebieten bis zu 178-mal
schneller als vorher – ganz ohne Zusatzkosten.

Die wichtigsten Informationen zu diesem Inlands-Roaming sind auch bereits in diesen Zeilen enthalten:

  • das National Roaming von O2 und Eplus erfolgt automatisch und ohne Interaktion mit dem Nutzer. Man erkennt das Roaming durch die Netzanzeige Eplus+ oder O2+
  • dieses Roaming ist kostenfrei und nutzt die normalen Tarifen ohne Mehrkosten sowohl bei den Gesprächen als auch im Datenbereich
  • es sind für dieses Roaming keine zusätzlichen Einstellungen notwendig

Allerdings bedeutet das nicht, dass Inlandsroaming in jedem Fall kostenfrei ist und ohne weitere separate Einstellungen auskommt. Das kann bei anderen Angeboten für das Inlandsroaming auch komplett anders aussehen.

Auslandsroaming außerhalb von Deutschland

Im Ausland hat man meistens den Fall, dass die heimischen Netze nicht mehr greifen. In der Regel endet der Empfang direkt hinter der Grenze. Die Netzbetrieber haben aber Kooperationsverträge mit ausländischen Mobilfunkunternehmen geschlossen, die es ermöglichen, per Roaming deren Netze zu nutzen. Deswegen bekommt man häufig direkt hinter der Grenze die WIllkommens-SMS eines Anbieters. Man kann dann auch im Ausland mit der normalen SIM-Karte telefonieren.

Der große Nachteil: Die Kosten werden immens. Es wird nicht nur der normale Minutentarif berechnet sondern dazu auch die Kosten des ausländischen Netzes sowie je nach Anbieter einige Zusatzkosten. So kommt man häufig auf Minutenpreise von 1 Euro und mehr.

Die Unterschiede zwischen den Ländern sind allerdings deutlich. So gibt es innerhalb der EU mittlerweile spezielle Richtlinien für die maximalen Kosten, die Mobilfunk-Anbieter für das Roaming im EU Ausland verlangen dürfen. Die Bundesnetzagentur schreibt zu den Obergrenzen in diesem Bereich:

Ab dem 30. April 2016 werden die Roaming-Gebühren letztmalig vor ihrer Abschaffung erneut gesenkt. In der Zeit bis zum 15.06.2017 wurden maximale Aufschläge auf den Heimattarif festgelegt.

Diese Roamingaufschläge dürfen 5 Cent je Minute für abgehende Anrufe, 1,14 Cent je Minute für ankommende Anrufe, 2 Cent je SMS und 5 Cent je Megabyte Datenvolumen bei mobiler Internetnutzung nicht überschreiten (jeweils zzgl. MwSt.).
Des Weiteren darf die Summe aus Inlandspreis und Aufschlag die folgenden Höchstbeträge nicht überschreiten: 19 Cent pro Minute für abgehende Anrufe; 5 Cent für eingehende Anrufe; 6 Cent für SMS und 20 Cent je Megabyte Datenvolumen (jeweils zzgl. MwSt.).

Im Bereich der mobilen Datenübertragung gibt es innerhalb der EU Obergrenzen. So ist der maximale Datenverbrauch auf 50 Euro pro Monat begrenzt und zwar für alle Anbieter in der EU, auch wenn sich der Kunde außerhalb der EU aufhält. So sollen hohen Rechnungen beispielsweise nach dem Urlaub vermieden werden.

Diese Obergrenzen gelten allerdings nur im Bereich der EU (und in einigen anderen Staaten von Europa). Für die anderen Länder gibt es individuelle Tarife und die kann jeder Anbieter frei fest legen. Die Kosten für das Roaming in Ländern außerhalb der EU sind daher in der Regel extrem unterschiedlich und teilweise deutlich höher als innerhalb der EU.

Roaming-Kosten sparen – einige Tipps

Um die Handy-Rechnung beim Aufenthalt im Ausland zu schonen, gibt es einige einfache Tipps, mit denen man besonders im Datenbereich die Kosten niedrig halten kann. Wir haben hier einen Überblick zusammen gestellt:

  • automatische App-Updates deaktivieren. Die Updates von Apps können viel Datenvolumenverbrauchen und das kann beim Roaming sehr teuer werden. Daher sollte man diese Updates deaktivieren bzw. die Einstellungen so setzen, dass die Updates nur im WLAN vorgenommen werden.
  • Rufumleitungen zur Mailbox deaktivieren. Mailboxanrufe werden im Ausland wie eingehende Anrufe abgerechnet. Das heißt man zahlt den Weg von Deutschland ins Ausland. Daher sollte man diese Umleitung deaktivieren und dann entstehen auch bei eingehenden Anrufen, die man nicht entgegen nimmt, keine Kosten mehr.
  • WLAN statt Mobilfunk nutzen. Die WLAN Netze sind im Ausland wesentlich weiter verbreitet, vor allem der kostenlose Zugang ist dort deutlich häufiger zu finden als in Deutschland. Das Datenvolumen über WLAN wird nicht auf das mobile Datenvolumen der Handy-Flatrate abgerechnet und damit kann man im WLAN surfen ohne teure Roaming Kosten zahlen zu müssen. Aber Achtung: man sollte die Sicherheitshinweise für das Surfen in freien Netzen beachten, damit es nicht doch noch teuer wird.

 

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